So brach dann die Zukunft an

…. erstmal mußte ich die Kabel richtig zwischen Computer und Diskettenlauferwk zusammenstecken und dann wieder den C64 starten … READY … und dann kam ein geheimnisvoller Befehl, den mir mein Bruder Buf verraten hatte – Ich tippte auf dem Brotkasten: Load ,8,1 oder so ähnlich ein (mehr zum C64 finden Sie im Handbuch) und dann startete mein Textomat und ich hatte ein Leben ohne Tipp-Ex.

Ich fühlte mich im 21. Jhd … 25 years ago

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Wie weiter mit dem 64er

Stumm sah mich der C64 an: READY

Da schaltete ich ihn und den flimmernden Fernseher ab und griff zum Telefon. Mein Bruder Buf007 war zum Glück zu Hause und erklärte mir das Rätsel. „Der Computer hat keinen Platz im ROM für Anwendungsprogramme! Entweder schreibst du die Programme im Arbeitsspeicher selbst mit Basic, oder du kaufst Dir eine Datasette!“ Ich so: „Hä? Was fürn Ding?“ Er dann: „Naja, da kannst Du Programme und Daten speichern, musst aber etwas Zeit mitbringen, denn das Teil ist etwas langsam. – Oder Du steckst da nochmal 200 Mark rein und kaufst Dir ein Floppylaufwerk VC 1541, das ist erheblich schneller. Außerdem kannst dann noch für 90 Mark ein Textprogramm dazukaufen.“ Aha, dachte ich, und dann kannste loslegen. – Naja, eigentlich hätte ich da schon die Finger von den Computern lassen sollen, aber dieses READY forderte mich heraus!

So spazierte ich wieder zum Computer-Shop und kaufte mir ein Floppylaufwerk, das genauso groß war wie mein 64er und farblich perfekt zu ihm passte. Fasst hätte man von Zwillingen sprechen können.

Jetzt also konnte die Zukunft anbrechen … vor 25  Jahren

My64er – Von der Hoffnung zur Arbeit

… Mein Erstaunen, dass auf dem Monitor nur ein READY stand und der Cursor blinkte, führte mich in meinen Gedanken zurück an ein Seminar an der Uni: da ging es darum, dass wir um 1980 einen Siemens-Rechner mit BS2000 und Golem als Retrievalsystem nutzten, um so etwas wie eine Suchmaschine zu basteln. Zum Seminar gehörte ein Praktikum, in dem der Umgang mit dem System zu üben war. Die Dozentin – eng angebunden – erklärte mir alles kurz und sagte dann: Ich muss jetzt mal weg, Sie können ja gleich mal loslegen und ein paar Datensätze eintragen. Bis dahin hatte ich auch alles verstanden: aber als Sie zur Tür raus war, war ich auf mich gestellt mit ein paar krakeligen Notizen. Es kam was kommen musste: irgendwas an meinen Notizen war falsch und ich dachte: no problem – fängste halt von vorne an!  Aber ich kam immer an die selbe Stelle – es ging nicht weiter. Immer die selbe Fehlermeldung! „Immer das selbe Programm, Menetekel“

Ich müsste jetzt eigentlich noch weiter zurück gehen, um meine Gefühle zu beschreiben … Aber es geht ja um meinen C46! Also der glubschte mich mit seinem flimmernden Bildschirm an und sagte:

Ja, so war das. Aber es gab natürlich eine Lösung! Mein Bruder Buf007.

Vor 25 Jahren: Mein erster Computer

war ein Commodore 64. Wochenlang hatte ich 1985 überlegt, ob ich so ein Ding brauche … aber mein jüngerer Bruder Buf konnte stundenlang begeistert erzählen, was er mit seiner Kiste schon so alles gemacht hatte. Er war auch so lieb und berechnete für mich Korrelationsfaktoren in Wahlstatistiken und zeigte mir, wie man mit Textomat umgeht. Das gab für mich den Ausschlag: Ich wollte nie mehr Tipp-Ex kaufen und vertrocknen sehen!

RAM, ROM, Basic, Floppy … das waren alles Fremwörter! Ich wollte meine Examensarbeit schreiben – ohne Tipp-Ex!

So latschte ich in einen Computerladen, schnappte mir eine C64-Kiste und ging zur Kasse: Ich glaube, fast 200 Mark habe ich hingeblättert – für einen Studenten war das mehr als ein Wochenbudget!

Zu Hause angekommen, räumte ich etwas Platz auf dem Schreibtisch frei, packte alles aus und steckte es zusammen. Als Monitor verwendete ich einen alten schwarz-weiß-Fernseher, den meine Eltern ausrangiert hatten. Und dann gings los!

Ich hatte nicht erwartet, was dann geschah!