MS-DOS und XENIX auf einem PC

Nun hatte ich also beruflich einen PC von einer Firma, die längst keine PCs mehr baut und der unter XENIX, einem Unix-Derivat lief. Nach Auskunft damaliger Insider, war das der absolute Trend. Und die Datenbank, die darauf lief, konnte strukturierte Informationen über Felder, aber auch Volltext verwalten. Insofern war es Mitte der 80er Jahre trendy. Mühsam lernte ich shell-Befehle, Pfade und Treiberdateien anpassen und so weiter.

Blöd war nur, dass der Rest der Welt um mich herum mehr und mehr mit IBM-kompatiblen PCs arbeitete und ich somit davon abgeschnitten war. Kollegen kamen und gaben mir MS-Word 3.0 Dateien, die ich weiter verarbeiten sollte. Kein Treffer!
Also erhielt ich die Möglichkeit durch meinen Chef, über eine Floppy-Disk, ein MS-DOS-Betriebssystem zu starten und darauf MS-Word zu starten. Heute würde man Dualboot sagen.

Damit war ein professionelles Datenbank-System und eine Schnittstelle zur weiteren Entwicklung vorhanden – der IBM-PC konnte mit seiner Doppelstrategie  seinen Siegeszug fortführen.

Wie weiter mit dem 64er

Stumm sah mich der C64 an: READY

Da schaltete ich ihn und den flimmernden Fernseher ab und griff zum Telefon. Mein Bruder Buf007 war zum Glück zu Hause und erklärte mir das Rätsel. „Der Computer hat keinen Platz im ROM für Anwendungsprogramme! Entweder schreibst du die Programme im Arbeitsspeicher selbst mit Basic, oder du kaufst Dir eine Datasette!“ Ich so: „Hä? Was fürn Ding?“ Er dann: „Naja, da kannst Du Programme und Daten speichern, musst aber etwas Zeit mitbringen, denn das Teil ist etwas langsam. – Oder Du steckst da nochmal 200 Mark rein und kaufst Dir ein Floppylaufwerk VC 1541, das ist erheblich schneller. Außerdem kannst dann noch für 90 Mark ein Textprogramm dazukaufen.“ Aha, dachte ich, und dann kannste loslegen. – Naja, eigentlich hätte ich da schon die Finger von den Computern lassen sollen, aber dieses READY forderte mich heraus!

So spazierte ich wieder zum Computer-Shop und kaufte mir ein Floppylaufwerk, das genauso groß war wie mein 64er und farblich perfekt zu ihm passte. Fasst hätte man von Zwillingen sprechen können.

Jetzt also konnte die Zukunft anbrechen … vor 25  Jahren