Mit heißer Nadel gedruckt

Leider weiß ich nicht mehr, welchen Drucker ich mir dann gekauft habe: Aber er hatte NLQ: das bedeutete, das Druckergebnis entsprach nahezu einer Brief-Qualität. Eine NLQ-gedruckte Seite hätte man fast als lieben Gruß an die Oma zum Geburtstag schicken können: es sah zwar nicht aus, als hätte man mit der eigenen Hand geschrieben, aber es sah auch nicht aus, als wär es aus dem Rechenzentum der Uni. – Und das war ja das erste Ziel – Keine Büroboten und keine Wartezeit von 7 Tagen!

Leider konnte mein Drucker keine Letter-Quality (LQ), das wäre zu teuer gewesen. Man kann sich das so vorstellen: Wenn ich meinem Textomat-Programm sagte: Print mal, dann kreischte der Drucker mit einem Affensound los und piekste durch ein schwarzes Textilband (ähnlich der alten Schreibmaschine) mit seinen Nadeln Punkte aufs Papier, die unser Gehirn zu Buchstaben zusammensetzte …

Die mittelmäßige Qualität und der Lärm waren das eine Problem – das Endlospapier das andere: wer wollte schon seinem Prof ein Referat auf Computer-Papier mit gelochtem Rand abgeben. Einen Einzug für Normalpapier gab es nicht und wenn man es schön machen wollte, musste man jedes Blatt einzeln einlegen. Bei meiner Doktorarbeit hab ich das dann ungefähr 400 mal gemacht … Der Fortschritt schien damals riesig und war eigentlich doch klein.

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